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Die Europäische Union stellt Online-Händler mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR – Packaging and Packaging Waste Regulation) vor neue bürokratische und administrative Herausforderungen. Insbesondere kleine und mittelständische E-Commerce-Unternehmen stehen vor der Frage, ob sich der organisatorische Aufwand für Lizenzierungen, Registrierungen und erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) in einzelnen EU-Mitgliedsstaaten noch wirtschaftlich lohnt.
Wer sich dazu entscheidet, den Warenversand vorübergehend oder dauerhaft auf das Inland (z. B. Deutschland) oder ausgewählte Nicht-EU-Länder zu beschränken, muss seinen Gambio-Shop entsprechend anpassen. Dabei gibt es jedoch eine entscheidende technische Falle zu beachten.
Warum viele Händler den EU-Versand vorerst einstellen
Die neue EU-Verpackungsverordnung (PPWR) verfolgt das Ziel, Verpackungsabfälle innerhalb der Europäischen Union drastisch zu reduzieren und Wiederverwertungsquoten zu erhöhen. Für Online-Händler bedeutet dies unter anderem:
- Inviduelle Registrierungspflichten: In nahezu jedem EU-Land, in das geliefert wird, müssen Verpackungen bei nationalen Stellen registriert und lizenziert werden.
- Erweiterte Meldepflichten: Detaillierte Nachweispflichten über Verkaufsmengen und eingesetzte Verpackungsmaterialien.
- Hoher Verwaltungs- und Kostenaufwand: Bei geringen Bestellvolumina aus bestimmten EU-Ländern stehen die fixen Lizenz- und Beratungskosten oft in keinem Verhältnis zum erzielten Umsatz.
Aus diesem Grund entscheiden sich zahlreiche Shopbetreiber dazu, den Versand in EU-Länder vorübergehend auszusetzen, bis vereinfachte Prozesse oder zentrale Branchenlösungen greifen.
Achtung: Länder im Gambio-Backend NIEMALS löschen oder deaktivieren!
Ein häufiger und schwerwiegender Fehler bei der Umstellung: Viele Shopbetreiber versuchen, EU-Länder unter Einstellungen > Land/Steuer > Länder zu deaktivieren oder komplett zu löschen.
Tun Sie das auf keinen Fall! Das Löschen von Ländern führt zu massiven technischen Störungen im Shop:
- Bestehende Kundenadressen und Historien werden fehlerhaft dargestellt.
- Registrierungen oder Rechnungsadressen aus diesen Ländern sind nicht mehr möglich.
- Steuerberechnungen und Adressvalidierungen im Checkout brechen mit Fehlermeldungen ab.
Anleitung: EU-Versand in Gambio richtig entfernen
Der korrekte Weg führt ausschließlich über die Konfiguration der Versandmodule. So schließen Sie die Lieferung in EU-Länder sauber aus:
- Versandmodule aufrufen: Loggen Sie sich in Ihr Gambio-Adminpanel ein und navigieren Sie zu Module / Versandarten oder bei neueren Shops, Einstellungen / Versandarten.
- Aktives Versandmodul bearbeiten: Wählen Sie das von Ihnen genutzte Modul aus (z. B. Deutsche Post / DHL, dpd, UPS.
- Länderkürzel anpassen:
- In den Einstellungen des Moduls finden Sie Felder für Versandzonen (z. B. Zone 1, Zone 2 etc.) und die dazugehörigen ISO-Länderkürzel (z. B.
DE, AT, FR, IT, ES). - Entfernen Sie gezielt die Länderkürzel der EU-Staaten, in die Sie nicht mehr liefern möchten (z. B.
AT, FR, IT, ES, NL, BEetc.). - Belassen Sie lediglich die Kürzel der erlaubten Lieferländer (z. B.
DEfür Deutschland).
- In den Einstellungen des Moduls finden Sie Felder für Versandzonen (z. B. Zone 1, Zone 2 etc.) und die dazugehörigen ISO-Länderkürzel (z. B.
- Speichern & Prüfen: Speichern Sie die Einstellungen und führen Sie einen Testkauf mit einer EU-Lieferadresse durch. Dem Kunden wird im Warenkorb/Checkout korrekt gemeldet, dass für dieses Land keine Versandart zur Verfügung steht.
Mit dieser Methode bleibt die Rechnungsadresse für Kunden aus dem EU-Ausland weiterhin nutzbar (wichtig für die EU-Geoblocking-Verordnung!), während der eigentliche Warenversand in diese Zonen ausgeschlossen wird.
